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Horst Lateika
Horst Lateika (geboren 1934 in Wanne-Eickel bei Herne; gestorben am 26. September 2025 in Ahnatal1)) war ein Schauspieler, Sprecher, Regisseur und Theaterleiter, sowie als langjähriger Puppenspieler von Nepomuk aus Hallo Spencer bekannt. Er spielte und prägte die Figur von den Anfängen der Serie bis zur letzten klassischen Runddorfstaffel. Er übernahm als Spieler im Laufe der Produktionsjahre auch gelegentlich andere Charaktere, wie zum Beispiel den Knubbel Protzikowsky in der ersten Max-und-Molly-Staffel.
In den 1970er Jahren war er Intendant des Theater Oberhausen und seit 1987 leitete er die Kasseler Komödie, wo er in rund 20 Jahren in über 100 Produktionen als Schauspieler und Regisseur mitwirkte. 1999 wurde er mit dem Volksbühnenpreis ausgezeichnet.2)
Selten, dass man in einer Serie über die Jahre als Schauspieler nicht verschlissen wird. […] Nach soviel Jahren lebt man mit diesen Figuren. […] Ich freue mich schon das ganze Jahr auf diese Zeit. Andere opfern sogar ihren Urlaub, um wieder dabeizusein.
(Horst Lateika, 19933))
Biographie
Lateika wuchs im nördlichen Ruhrgebiet auf. Im Anschluss an eine Maurerlehre besuchte er die Schauspielschule in Gelsenkirchen und gab danach sein Debüt auf der Bühne des Kleinen Theater Düsseldorf. Engagements in Erfurt und Schwerin führten ihn durch einen Künstleraustausch in den 1950er Jahren zwischenzeitlich in die DDR, wo er u.a. mit dem Regisseur Eugen Schaub zusammenarbeite. Anschließend spielte er auf westdeutschen Bühnen in Bochum, Trier und Stuttgart. Von 1963 bis 1977 war er an den Städtischen Bühnen Oberhausen tätig, zuletzt sogar vier Jahre als Intendant. Parallel war er auch in Film- und Fernsehrollen zu sehen.
Seit 1982 lebte und arbeitete Lateika in Kassel, wo er an der Kasseler Komödie als Regisseur des Musicals „Wonderful Chicago“ einsprang. Was nur als kurzes Engagement gedacht war, wurde zu einer jahrzehntelangen Wirkungsstätte: Lateika inszenierte zahlreiche weitere Produktionen an dem Boulevardtheater, trat regelmäßig als Darsteller auf und übernahm 1987 schließlich sogar die Leitung der Bühne. Als Theaterdirektor bot er nicht nur leichte Unterhaltung, sondern brachte auch ernste Stücke wie „Das Tagebuch der Anne Frank“ auf die Bühne oder „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ von der mit ihm befreundeten Kasseler Schriftstellerin Christine Brückner. Als Sprecher war er in den 1990er Jahren in Werbespots für Toyota zu hören.4)
Bis Mitte der 2010er Jahre war er als Schauspieler aktiv, zuletzt u.a. auf der Bühne des Staatstheater Kassel. Lateika war seit 1967 ein engagiertes Parteimitglied der SPD.5)
Karriere bei „Hallo Spencer“
1978 wurde Horst Lateika als Puppenspieler von Nepomuk für die NDR-Serie Hallo Spencer besetzt. Daraufhin unterrichtete und trainierte Friedrich Arndt ihn in den Grundlagen des Handpuppenspiels. In den Folgen der ersten Staffeln spielte Lateika neben Nepomuk ersatzweise auch diverse Quietschbeus. Besonders in diesen Anfangsjahren assistierte er außerdem oftmals Friedrich Wollweber als Hände- bzw. Schwanz-Spieler von Poldi. Er selber wurde wiederum oft von Wollweber, Jürgen Meuter und Maria Ilic als Nepomuks Hände-Spieler unterstützt. In der Folge 18: „Spencer Tours“ baute Achim Hall mit dem improvisierten Ausruf „Salami Lateikum! Da sehe ich ja auch schon den Nepomuk.“ eine Anspielung auf Lateika ein.
In der 1984er Max-und-Molly-Staffel spielte er den besserwisserischen Knubbel Protzikowsky. Bei der ab 1989 wieder parallel zu „Hallo Spencer“ im Studio Hamburg produzierten Sesamstraße übernahm er ab 1992 die wiederkehrende Nebenrolle des Wachtmeister Schnapp.
Mit seiner markanten Bassstimme und seinem hingebungs- und gefühlvollen Spiel verlieh Lateika dem eigensinnigen Schlossbewohner Nepomuk im Laufe von 14 Produktionsjahren seine Seele. Obwohl er das mit Abstand älteste Ensemblemitglied unter den Puppenspielern war, bewahrte er sich stets seine Naivität und seine große Spielfreude. Er legte viel von sich selbst in die Rolle des Nepomuk und spielte sich in die Herzen der Fans der Serie. Durch seine puppenspielerische Arbeit setzte sich Lateika neben seinem Schaffen als Theatermacher ein Denkmal, für das er bis in die Gegenwart hoch angesehen wird.
Filmographie (Auswahl)
- „Der Ölprinz“ (1961)
- „Fernfahrer“ (1964)
- „Vera Romeyke ist nicht tragbar“ (1976)
- „Hallo Spencer“ (1979–1994)
- „Sesamstraße“ (1992–1995)
Privatleben
Zusammen mit seiner Lebensgefährtin lebte Lateika zuletzt in der nordhessischen Gemeinde Ahnatal bei Kassel, wo er am 26. September 2025 im Alter von 91 Jahren verstarb.
Weiterführende Artikel
Weblinks
- Horst Lateika bei muppet.fandom.com
- Horst Lateika bei imdb.com