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Jan Fantl (geboren am 11. Juni 1954 in Prag) ist ein deutscher Regisseur, Filmproduzent und Unternehmer. 1986 inszenierte er 32 Episoden der Sesamstraße in einer modernisierten Neukonzeption, die bis 1988 ausgestrahlt wurde und für die er gemeinsam mit dem US-amerikanischen Puppenbauer Kermit Love u.a. Herbert Langemann als Samson besetzte. Im selben Jahr führte er außerdem bei zwei Folgen von Hallo Spencer Regie.
Fantl wurde in der tschechoslowakischen Hauptstadt Prag geboren und wuchs ab 1957 im niedersächsischen Göttingen in West-Deutschland auf. Sein Vater war der tschechisch-deutsche Filmregisseur Thomas Fantl (*1928-†2001) aus Prag, der im Holocaust die Konzentrationslager Theresienstadt, Buchenwald und Ausschwitz überlebte. Nachdem man ihm in der Tschechoslowakei ein Arbeitsverbot erteilte, emigrierte er mit seiner jungen Familie in die Bundesrepublik, um zunächst als Lektor und Dramaturg und schließlich als freier Regisseur für Film und Fernsehen zu arbeiten. Seinem Sohn Jan wurde die große Liebe zum Kino in die Wiege gelegt, da er als Kleinkind oftmals mit ins Atelier genommen wurde und so früh mit Dreharbeiten, aber auch als junger Zuschauer mit zahlreichen Spielfilmen in Berührung kam. Bereits Ende der 1950er Jahre stand er als Komparse an der Seite von Heinz Erhardt vor der Kamera, als sein Vater den Regisseur Hans Müller bei „Drillinge an Bord“ assistierte.1)
Ursprünglich wollte Jan Fantl Anwalt werden, nahm dann jedoch zunächst mehrere Praktikantenstellen, die ihm sein Vater beim Film ermöglichte, wahr und wirkte schließlich nach seinem Abitur freiberuflich an zahlreichen Produktionen der Bavaria Film in München mit. Für die Studio Hamburg Atelier GmbH, bei der sein Vater ebenfalls viel Fernsehregie gemacht hatte, arbeitete er danach ebenfalls mehrfach als Aufnahmeleiter und Regieassistent. Außerdem assistierte er dem Regisseur Hajo Gies bei zahlreichen Spielfilmen und „Tatort“-Folgen; ihre Zusammenarbeit erreichte mit dem Schimanski-Kinofilm „Zahn um Zahn“ 1984 einen Höhepunkt. Er wurde darüberhinaus als Regieassistent u.a. von Wolfgang Petersen, Franz Peter Wirth und Peter Adam engagiert.
Erste eigene Regiearbeiten setzte Fantl in den 1980er Jahren für ARD-Vorabendserien um. Als er 1986 als Regisseur für die Sesamstraße engagiert wurde, war Fantl bereits als Autor, Regisseur und Produzent in Werbung und Industriefilm tätig, was Ende der 1980er Jahre zum Schwerpunkt seiner Arbeit wurde.
Als Filmproduzent etablierte er sich im Laufe der 1990er Jahre, insbesondere als Line Producer. Er produzierte den isländischen Film „Tár úr steini“
(wird erweitert)
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